Grass Valley stellt auf der NAB Show 2026 seine neue einheitliche Medieninfrastruktur vor, die Routing, Signalverarbeitung und Orchestrierung in einer integrierten Betriebsschicht zusammenführt – über Hardware- und Softwareumgebungen hinweg.
Der Ansatz basiert auf der Gateway-Karte ACE-3901, AMPP Orchestration sowie dem Betriebssystem AMPP OS, das nun nativ auf MXL läuft. Diese Kombination ermöglicht es, Ingest, Routing, Verarbeitung und Steuerung nahtlos in SDI- und IP-Umgebungen zu integrieren – unabhängig davon, ob lokal, in der Cloud oder in hybriden Szenarien betrieben. Ziel ist eine Infrastruktur, die elastische Produktionsmodelle unterstützt und Modernisierung erlaubt, ohne bestehende Systeme vollständig ersetzen zu müssen.
„Hybride Produktion ist längst kein Zukunftsmodell mehr, sondern gelebte Praxis – und stellt entsprechend höhere Anforderungen an die Infrastruktur“, erklärt Adam Marshall, Chief Product Officer von Grass Valley. „Kunden benötigen einfache Wege, um Legacy-Systeme mit modernen Workflows in Baseband, Contribution und Cloud-Produktion zu verbinden, ohne zusätzliche Komplexität zu schaffen. Mit AMPP OS, ACE-3901 und AMPP Orchestration führen wir Hardware- und Software-Workflows in einer einheitlichen operativen Umgebung zusammen, sodass Kunden in ihrem eigenen Tempo modernisieren und gleichzeitig eine zukunftssichere Basis schaffen können.“
Zu den auf der Messe erstmals vorgestellten Neuerungen gehört die Anwendung ACE-3901 GRID, die die hochdichte SDI-Konnektivität in die AMPP-OS-Umgebung erweitert. Durch die native Integration in MXL entsteht eine effizientere Verbindung zwischen dedizierten Hardware-Ressourcen und softwaredefinierten Workflows. In Kombination mit AMPP Orchestration bildet dies eine einheitliche Steuerungsebene für Baseband-, IP- und Cloud-Umgebungen.
Ergänzt wird die Lösung durch Integrationen mit Partnern aus dem Grass-Valley-Ökosystem, die praxisnahe Anwendungen am Messestand demonstrieren.
Mit der zunehmenden Verlagerung hin zu hybriden und verteilten Produktionsmodellen sind Signale heute nicht mehr an feste Formate oder Standorte gebunden. Während Routing früher meist lokal und überschaubar war, bewegen sich Signale heute zwischen Baseband, lokalen IP-Netzen und entfernten, komprimierten Quellen.
Um diese Komplexität zu beherrschen, vereinheitlicht AMPP Orchestration das Routing über unterschiedliche Formate und Plattformen hinweg in einer gemeinsamen Betriebsumgebung.
Das AMPP OS unterstützt nun nativ NDI 6.3 sowie Dante-Audio-Workflows. Darüber hinaus lassen sich Contribution-Quellen über TVU MediaMesh und Videostreams via Zoom ISOcloud integrieren – innerhalb derselben Umgebung. Dies reduziert den Bedarf an zusätzlicher Hardware und vereinfacht die Systemarchitektur.
Für bestehende Infrastrukturen bleibt die Steuerung konsistent: TSL Hummingbird übernimmt die Protokollkonvertierung, sodass AMPP-Anwendungen sowohl Legacy-Systeme als auch moderne Software-Workflows gleichzeitig verwalten können.
Die Infrastruktur lässt sich zudem dynamisch an Produktionsanforderungen anpassen. Mit LayerCake können komplette Umgebungen – inklusive AMPP-Verarbeitungsinstanzen und Routing-Konfigurationen – über Templates bereitgestellt und je nach Bedarf aktiviert oder deaktiviert werden. Damit wird Infrastruktur erstmals zu einem skalierbaren On-Demand-Modell.
Weitere Updates umfassen den NMOS Bridge zur verbesserten Geräteerkennung und -steuerung in gemischten IP-Umgebungen, die Integration mit GV Orbit für zentrale Orchestrierung sowie Erweiterungen im Kaleido IP X Pro für skalierbares Multiviewing über verschiedene Standards hinweg.
Das Ergebnis ist eine durchgängig vernetzte Infrastruktur, in der Routing, Verarbeitung und Orchestrierung für den Anwender als ein einheitliches System erscheinen. Signale können ohne manuelle Eingriffe zwischen SDI-, IP- und Cloud-Umgebungen wechseln, während Kontrolle und Transparenz über die gesamte Produktionskette erhalten bleiben.
Grass Valley demonstriert diese Technologien auf der NAB Show 2026 im Rahmen seines Media-Universe-Ökosystems und zeigt damit, wie sich hybride Produktion im großen Maßstab effizient umsetzen lässt.