Blackmagic Design teilte heute mit, dass die Originaldoku von Amazon Prime, „I Am: Celine Dion“, vom Goldcrest Post Coloristen Evan Anthony mit DaVinci Resolve Studio, der Software für Schnitt, Colorgrading, visuelle Effekte und Audiopostproduktion, gegradet wurde.
Der Film blickt hinter die Kulissen und zeigt, wie die Sängerin parallel zu ihrer famosen Musikkarriere mit einer schweren Krankheit zu ringen hat. Dieser inspirierende Dokumentarfilm ist mehr als ein Liebesbrief an Céline Dions Fans, denn er führt auch die menschlichen Stärken des Stars vor.
Für Anthony begann seine Arbeit mit einer Zusammenkunft mit der Oscar-nominierten Regisseurin und langjährigen Kollegin, Irene Taylor, und DoP Nick Midwig, um über den Film, seine Stimmungen und Botschaften zu sprechen.
„Evan hat schon mehrere von mir gefilmte Projekte gegradet. Er ist unfassbar gut darin, einen organischen cineastischen Look zu erschaffen und dabei zugleich die Authentizität einer intimen Verité-Dokumentation zu bewahren“, stellte Midwig fest. „Der gesamte Film wurde bei natürlichem Licht gedreht. Es war mir wichtig, Céline nicht in der typischen hochpolierten Façon darzustellen, wie man sie aus Promi-Musikdokumentarfilmen kennt. Deshalb musste ich mich bei der Gestaltung der Bilder ziemlich auf Evan stützen. Am meisten gefällt mir bei der Arbeit mit ihm sein ehrliches Engagement für die Charaktere und wie er das Grading einsetzt, um die Story zu bereichern.“
„Wir sprachen über Célines Kampf mit Stiff-Person-Syndrom, einer neurologischen Erkrankung, die ihrem Körper schwer zu schaffen macht“, sagte Anthony. „Eine der ersten Szenen, mit der wir begannen, einen Gesamteindruck aufzubauen, zeigt Irene, wie sie Céline nach einer Physiobehandlung interviewt. Da fühlt man Célines empfindliche, verletzliche Seite geradezu selbst mit. In vielerlei Hinsicht gibt diese Szene die Stimmung für den Rest des Films vor.“
„Um den Gesamt-Look zu erzielen, benutzte ich DCTL, also die DaVinci Color Transform Language, zusammen mit Farbverzerrern, HDR-Rädern und Filmemulsion-DCTLs. Ich habe damit auch eine benutzerdefinierte LUT gestaltet“, erklärte Anthony. „Im Normalfall investiere ich gleich am Anfang Zeit in die Erstellung von drei bis sechs Optionen für die Farbgebung. Bei dieser Doku konzentrierten wir uns auf eine Farbpalette mit Blau, Grün und Türkis.“
Anthony erwähnte eine einprägsame Szene, in der Céline Dion das Publikum durch ihr Lagergebäude führt. „Es war uns wichtig, den für Céline angestrebten Look zu bewahren, dabei jedoch auch die Erinnerungsstücke in ihrem vollen Glanz zu präsentieren“, bemerkte er. „Ich habe ausgiebigen Gebrauch von DaVinci Resolves Farbverzerrer gemacht, um Célines Hauttöne hinzukriegen. Es galt diese Töne mit einer bestimmten Sättigung zu verfeinern und gegen die reichen Rot-, Gold- und Silbertöne und das von ihren Designer-Roben ausgehende Glitzern zu wappnen.“
Ebenso wie viele andere Dokumentarfilme, enthält auch dieser Bildmaterial unterschiedlichsten Ursprungs, bspw. alte Familienvideos, Clips von Dions Auftritten in jungen Jahren sowie Segmente von Großkonzerten. „Zur Bereinigung und Verbesserung der Footage waren die vielen Werkzeuge in DaVinci Resolve unabdingbar, einschließlich der Kantenerkennungs- und Rauschminderungs-Tools“, sagte Anthony.
„Ich finde die Story und wie Irene sie erzählt hat, wirklich toll“, resümierte Anthony. „Es ist keine typische Promi-Dokumentation, weil Céline Dion hier sehr ungeschönt und verletzlich dargestellt wird. Diese Doku wirft einen sehr persönlichen Blick auf ein sehr öffentliches Leben.“