Blackmagic Design teilte heute mit, dass das Colorgrading des Hit-Horrorfilms „Saw X“ von Lionsgate und Twisted Pictures durch Kevin Camilleri von Urban Post Production in Toronto mit der DaVinci Resolve Studio Software für Schnitt, Colorgrading, visuelle Effekte (VFX) und Tonnachbearbeitung realisiert wurde. Überdies benutzte DP Nick Matthews eine Blackmagic Pocket Cinema Camera 6K für ausgewählte Szenen der zehnten und aktuellsten Fortsetzung der allerseits gelobten Horror-Franchise. Der kürzlich herausgekommene Film hat bisher weltweit 100 Millionen Dollar eingespielt.
Es spielt in diesem Film der Milliarden-teuren Franchise auch wieder John Kramer (Tobin Bell) mit. In der bisher grausamsten Folge der „Saw“-Filmreihe wird ein bisher unbekanntes Kapitel von Jigsaws persönlichsten Machenschaften aufgerollt, das sich zeitlich zwischen „Saw“ und „Saw II“ abspielt. Der kranke, verzweifelte Kramer reist in der Hoffnung auf eine Wunderheilung seiner Krebserkrankung nach Mexiko und unterzieht sich dort einer riskanten experimentellen Behandlung. Er findet dabei aber heraus, dass die ganze Operation bloß als Betrug an besonders verzweifelten Menschen aufgesetzt ist. Kramer kehrt von seiner neu entdeckten, sinngebenden Mission beflügelt an seinen Arbeitsplatz zurück, um den Betrügern in seinem markerweichenden Stil mithilfe einer Reihe genialer, furchteinflößender Fallen das Handwerk zu legen. Der nach einem Drehbuch von Pete Goldfinger und Josh Stolberg von Kevin Greutert inszenierte Film wurde von Oren Koules und Mark Burg produziert.
Während der Produktion filmte Matthews mit der Pocket Cinema Camera 6K ausgewählte Aufnahmen der schrecklichen Fallen für den Film sowie zusätzliche Kameraperspektiven für Actionszenen. „Mit der Pocket Cinema Camera 6K wurden einige der typischsten Bilder des Films gedreht und sie spielte eine wichtige Rolle bei mehreren von Jigsaws gräulichen Spielen. Für die Blutfolter-Falle war die Pocket Cinema Camera 6K wie mit einer SnorriCam-Halterung an John Kramer befestigt, was die Kamera unmittelbar in einen Blutschwall platzierte. Mit der Kamera habe ich auch mehrere Aufnahmen für die klassischen Ruckelbilder im Film gedreht, insbesondere für die Gehirnchirurgie-Falle und die Knochenmark-Falle. Das bedeutete Filmen mit sechs Bildern pro Sekunde und einem Verschlusswinkel von 270 Grad bei gleichzeitigem Freelensing. Dabei nahm ich experimentell das Objektiv vom Bajonett und setzte es wieder auf, um Lichteffekte wie bei versehentlich teils belichteten Filmrollen zu kreieren“, sagte Matthews.
In der Postpro stellte der aktuellste Film Camilleri vor die besondere Herausforderung, einen mit den Stilen der beiden vor fast zwei Jahrzehnten gefilmten Originale stimmigen Look zu erarbeiten. „Dieser Film war interessant, weil es galt, ihn auf den in ‚Saw‘ und ‚Saw II‘ etablierten, typischen Look einzustimmen. Dafür mussten wir fast 20 Jahre zurückgehen und untersuchen, wie die ersten beiden Filme aussahen und wie sie konstruiert waren“, erklärte er. „Natürlich wurde damals analog gedreht und darum hatten die damaligen Filme eine ganz besondere Filmkornstruktur. Wir wollten das zu einem gewissen Grad nachahmen, um eine visuelle Brücke zwischen ‚Saw X‘ und der Vergangenheit der Saw-Reihe zu schlagen. Um das zu realisieren, verließen wir uns maßgeblich auf die Filmkorn-Tools in DaVinci Resolve. Das ist ein wirklich robuster Werkzeugsatz, mit dem wir die Textur und Korngröße vorgeben und dabei gleichzeitig deren Auswirkung auf die Helligkeit bzw. die Chrominanz steuern konnten.“
„Es ist den Tools zu verdanken, dass wir etwas sehr Spezifisches und weit über einen generischen Filmlook Hinausgehendes erzielen konnten. Das hat zu einer breiteren Dimension und Tiefe des Films beigetragen“, so Camilleri weiter. „In dieser digitalen Welt gehen uns manchmal einige Nuancen verloren, die uns Analogfilm früher gegeben hat. Beispielsweise gewisse Muster, Bildrauschen und Körnung, die dem Bild ein besonderes Etwas verliehen. Es war cool, die Möglichkeit zu haben, so etwas wieder einzubringen und es natürlich wirken zu lassen. Es hat uns echt geholfen, für ‚Saw X‘ einen mit den Franchise-Filmen verwandten Look zu gestalten.“
Mittels DaVinci Resolve Studio und angeschlossenem DaVinci Resolve Mini Panel gelang es Camilleri zudem, einige der Figuren aus den Originalfilmen zu verjüngen. „Wir wollten keinen großen Aufwand mit der digitalen Entalterung betreiben, sondern bloß mit ein paar Optimierungen die fast 20-jährige Zeitlücke zwischen den Filmen kaschieren helfen“, erklärte Camilleri. „Mit ein paar einfachen Anpassungen in Resolve steuerte ich die Schärfe in den Mitteltönen und erzielte eine natürlichere Weichheit der Hauttöne.“
Neben dem Colorgrading verwendete Urban Post Production auch für den Online-Schnitt des Films DaVinci Resolve Studio. Laut Camilleri sei es durch den von der Software gebotenen intuitiven End-to-End-Ansatz für die Postproduktion ein Leichtes gewesen, die VFX-Sequenzen in den Film zu setzen, die Timelines organisiert zu halten und die finalen Renderings und Ausgaben der Versionen in DCI-P3, HDR und Rec. 709 zu handhaben. Mit einer Frist von knapp zwei Wochen zur Fertigstellung des Gradings für das Projekt war die Bedienfreundlichkeit der Software ein wichtiges Kriterium.