Das historische Konzert Armonie (Harmonie) des rumänischen Sängers, Songwriters, Schauspielers und TV-Persönlichkeit Smiley, das im Oktober 2025 in Bukarest stattfand, war die erste Liveproduktion in Rumänien, die mit einem immersiven P.A.-System präsentiert wurde und mehr als 100 Musiker und Sänger auf der Bühne vereinte. Um die klangliche Komplexität der Produktion zu bewältigen, das Signal für die Übertragung bereitzustellen und eine 128-Kanal-Aufzeichnung zu realisieren, setzte Audiv, Anbieter von Lösungen für Live- und Studioaudio, eine Solid State Logic Live L550 Plus am Front of House sowie eine L650 für die Monitorsteuerung ein. Damit kamen SSL-Live-Konsolen erstmals bei einem Livekonzert in Rumänien gleichzeitig an beiden Positionen zum Einsatz.
„Meine Idee bei der Produktion von Smiley war es, alles auf ein neues Niveau zu heben, die Produktion auf den höchstmöglichen Standard zu bringen und ein einzigartiges Audioerlebnis mit räumlichen Bewegungen zu schaffen, die das Publikum wirklich überraschen“, sagt Narcis Claudiu, Geschäftsführer von Audiv und neuer Distributor für SSL-Live-Produkte in Rumänien. Narcis, der rund ein Jahr lang die Front-of-House-Mischung für Smiley mit einer L500 betreut hatte, entschied sich für das besondere Event für die L550 Plus, da sie eine höhere Rechenleistung und eine größere Anzahl an Signalwegen bietet.
Armonie umfasste Ende Oktober zwei ausverkaufte Abende in der Sala Palatului in Bukarest. Die Produktion vereinte Smiley und die neun Mitglieder seiner Band, sechs besondere Gäste, das Metropolitan Orchestra mit 70 Musikern sowie einen Chor mit 18 Mitgliedern. „Darüber hinaus hatten wir sieben hochqualifizierte Audiotechniker, die sich um die gesamte Produktion kümmerten“, berichtet Narcis.
Narcis verfügt über langjährige Erfahrung mit SSL-Live-Konsolen. „Die Signalverarbeitung ist erstklassig, leistungsfähig, zuverlässig und musikalisch. Der Equalizer ist präzise, und das, was man hört, entspricht tatsächlich dem, was man sieht. Der Spektrumanalysator hilft dabei, das Spektrum sichtbar zu machen und schnell zu erkennen, was möglicherweise resoniert und an welcher Stelle.“
Für Armonie blieb Narcis nach eigenen Angaben nahezu vollständig innerhalb der SSL-Umgebung. „Abgesehen von zwei externen Reverbs blieb ich innerhalb der SSL-Umgebung und verwendete keine externen Plug-ins, sondern ausschließlich SSL-Tools wie Sourcerer, Blitzer, den SSL Bus Compressor, etwas Parallelkompression und Fusion. Diese Werkzeuge formten den Klang und integrierten Orchester und Band zu einem sehr klaren und kraftvollen Gesamtbild.“
Für die Monitorposition wählte Narcis Adi Dan. „Ich kenne Adi seit vielen Jahren, und wir haben zahlreiche Shows gemeinsam gemacht. Ich wollte jemanden, der das Konzept vollständig versteht, einen stabilen Mix für den Künstler erstellt und eine ähnliche Mixing-Philosophie verfolgt.“
Das Monitor-Setup umfasste 24 Kanäle für die Band und die Gäste sowie ein persönliches Monitoringsystem für das Orchester mit mehr als 70 drahtlosen Beltpacks. Dan zeichnete zudem 128 Eingangskanäle mit 96 kHz über MADI von der L650 auf. „Wir haben keine externen Plug-ins verwendet, sondern ausschließlich die SSL-Signalverarbeitung und gute Ohren“, betont Narcis.
Ursprünglich hatte er geplant, die L550 Plus so zu programmieren, dass sich die klangliche Komplexität der Show, die auch Video und Licht umfasste, leichter bewältigen ließ. „Mein erster Ansatz war, ein sehr leistungsfähiges Showfile mit mehr als 250 Signalwegen, zahlreichen Snapshots, LTC, unzähligen Effekten und vielem mehr zu erstellen. Dann hielt ich jedoch inne und stellte fest, dass ich den Mix machte – und nicht die Konsole.“
Zwei Tage vor der Show strukturierte Narcis das gesamte Setup neu. „Einige Kanäle wurden auf Gruppen geroutet, die Gruppen wurden an den L-Acoustics L-ISA-Prozessor geschickt, ich fügte einige externe Effekte hinzu und behielt über DeskLink die vollständige Kontrolle über den Prozessor. Die Szenenautomatisierung wurde nur minimal eingesetzt, und zwar an einigen Stellen der Show, an denen zehn Finger nicht ausgereicht hätten, um Pan-Positionen oder Fader anzupassen und Bewegungen zu erzeugen.“
Vier SSL ML32.32 MADI-Stageboxen auf der Bühne sowie ein DAD Core256 mit 32 Eingängen für die ebenfalls über MADI übertragenen Playback-Spuren waren über einen SSL BLII-Hub miteinander verbunden, der die beiden Konsolen vernetzte.
„Die L550 übernahm die gesamte Gain-Steuerung der Vorverstärker vom FOH aus, das Routing für die Aufnahme, die Weiterleitung an den L-ISA-Prozessor sowie die gesamte Signalverarbeitung im Mix“, erklärt Narcis.
Der immersive P.A.-Prozessor erhielt 96 Kanäle von der L550 Plus über MADI. Laut Narcis bestand der Großteil dieser Konsolenausgänge aus Bus-Ausgängen mit dedizierter Signalverarbeitung für Orchester, Band, Chor, Backing Vocals und Lead Vocals.
Beide SSL-Konsolen nutzten außerdem zusätzliche MADI-Ports, um große Mengen an Kanälen mit 96 kHz an die Aufnahmegeräte zu übertragen. Auch der rumänische Sender ProTV war an der Aufzeichnung des Events beteiligt. Daher wurde von der L550 aus ein dedizierter Stereo-Mix erstellt, um eine ausgewogene Signalübertragung für die Sendung sicherzustellen.
Ein Dante-Netzwerk stellte einen Backup-Weg für die Multitrack-Aufnahmekanäle sowie für das von Narcis am FOH eingesetzte Playback-Gerät bereit. „Ich hatte ein vollständiges Backup, das über den Signal-Switcher der Konsole integriert war, für jeden möglichen Zwischenfall, denn die Show muss weitergehen!“, sagt er.
Nach dem Erfolg der beiden ausverkauften Vorstellungen in Bukarest wird Armonie als immersive Liveerfahrung fortgesetzt. Weitere Termine und zusätzliche Shows für das kommende Jahr befinden sich bereits in Vorbereitung.
„Smiley ist ein echter Impulsgeber für Veränderungen“, sagt Narcis. „Ich habe das Glück, mit ihm und dem gesamten Team arbeiten zu dürfen. Mein besonderer Dank gilt Smiley dafür, dass er mir bei diesem Projekt vertraut und gemeinsam mit uns Grenzen überschreiten wollte.“
Abschließend erklärt er: „Das Konzept von Armonie drehte sich um Einheit, musikalische Emotion und räumliche Tiefe – und damit passte es perfekt zu den Möglichkeiten der immersiven Technologie. Mit mehr als 512 Kanälen, einer großen Zahl empfindlicher Mikrofone, weniger als zwölf Stunden für den Aufbau der gesamten Produktion einschließlich Bühnenkonstruktionen, Ton, Licht und Videosystemen sowie einer zweistündigen Vorstellung war das Ergebnis eine technisch äußerst komplexe, zugleich aber künstlerisch integrierte Show. Gekrönt wurde sie von stehenden Ovationen des Publikums und der gemeinsamen Feier der Musik und der Innovation hinter Armonie.“