LiveU hat die Einführung eines Remote-Systems für den Video Assistant Referee (VAR) bei der Oceania Football Confederation (OFC) bekannt gegeben. Damit kommt die Technologie erstmals bei Fußballwettbewerben im Pazifikraum zum Einsatz. Die Initiative erfüllt die Anforderungen zur Einführung des VAR in der neuen OFC Pro League, an der acht Mannschaften aus sechs Ländern der Region teilnehmen.
Bislang war die OFC die einzige FIFA-Konföderation ohne VAR-Einsatz. Logistische und infrastrukturelle Herausforderungen – darunter das Fehlen leistungsfähiger Glasfasernetze sowie Schwierigkeiten beim Transport von Ausrüstung zwischen Ländern wie Fidschi, Papua-Neuguinea, den Salomonen, Samoa und Tahiti – machten herkömmliche Implementierungsmodelle praktisch unmöglich.
„Wir waren die einzige Konföderation der Welt ohne VAR und wussten, dass dies mit traditionellen Ansätzen niemals Realität werden würde. Als ich das System zum ersten Mal in Betrieb sah, wurde mir klar, dass es funktionieren kann. Jetzt können wir die Ausrüstung als Fluggepäck transportieren und VAR praktisch überall einsetzen“, erklärte Kevin Stoltenkamp, Leiter des Schiedsrichterwesens der OFC.
Die von LiveU entwickelte Lösung umfasst zwei portable Übertragungskits sowie einen zentralen Server in Auckland, Neuseeland. Das System unterstützt bis zu zwölf Kameras gleichzeitig und vier Rückkanäle mit bidirektionaler Kommunikation zwischen den Schiedsrichtern auf dem Spielfeld und dem Videoteam. Die Gesamtlatenz zwischen den Stadien und dem Operationszentrum liegt bei etwa einer Sekunde.
Die für den regulären Flugtransport konzipierten Kits können als normales Gepäck aufgegeben und von nur einem Bediener über verwaltete Internetverbindungen installiert werden. Dadurch entfallen Spezialtransporte, permanente Infrastruktur oder technische Teams vor Ort.
„Wir benötigten eine leichte, portable Lösung, die mehrere Video- und Audiosignale übertragen kann, ohne auf Frachtlogistik angewiesen zu sein. Schon nach kurzer Zeit wurde deutlich, dass wir selbst unter schwierigen Netzwerkbedingungen Signale in Broadcast-Qualität transportieren können. So entstand eine kostengünstige und qualitativ hochwertige VAR-Lösung, die weltweit einzigartig im Fußball ist“, betonte Kelvin Lewis, Leiter der Schiedsrichtertechnologie bei der OFC.
Nach Angaben von Mihaly Fabian, VAR-Projektmanager der OFC, war die einfache Bedienung ein entscheidender Faktor für die Einführung des Systems. „Die Lösung ist unkompliziert in der Anwendung. Für den Betrieb sind keine hochspezialisierten technischen Kenntnisse erforderlich. LiveU bildet das Herzstück des Systems, und die Technologie ist unverzichtbar für dessen Funktion.“
Die Plattform wurde bereits nicht nur in der OFC Pro League eingesetzt, sondern auch bei Spielen der FIFA Series in Neuseeland sowie bei den von der OFC organisierten Qualifikationsspielen zur Frauen-Weltmeisterschaft. Der nächste Einsatz der Technologie ist für ein Turnier in Tahiti vorgesehen.
Für Chris Dredge, Sales Manager von LiveU für Ozeanien, setzt das Projekt neue Maßstäbe im Sportmarkt. „Was die OFC erreicht hat, ist ein funktionierendes Modell für Remote-VAR in Broadcast-Qualität, das überall eingesetzt werden kann – ohne Frachttransport, ohne feste Infrastruktur und ohne spezialisierte Ingenieure vor Ort.“