Qvest hat die Entwicklung zweier neuer Open-Source-Projekte angekündigt: **mxl-k8s** und **go-mxl**. Beide Lösungen adressieren Skalierungsherausforderungen moderner Broadcast-Architekturen auf Basis von Dynamic Media Facilities (DMF) und Kubernetes-Umgebungen.
Die Initiative zielt auf ein zentrales Problem aktueller Medieninfrastrukturen ab: den gleichzeitigen Zugriff mehrerer Anwendungen auf denselben Videostream. Dieses Szenario führt zu einem erheblichen Anstieg des Bandbreitenverbrauchs, höheren Betriebskosten und einer steigenden Systemkomplexität – insbesondere bei Produktionen mit unkomprimierten UHD-Signalen.
Laut Daniel Clasen, Director Custom Software Solutions bei Qvest, können UHD-Streams Bandbreiten von über 10 Gbit/s erreichen, wodurch effizientes Bandbreitenmanagement zu einem entscheidenden wirtschaftlichen Faktor wird. Ziel des Unternehmens ist es, sicherzustellen, dass jeder Medienstream pro Cluster-Knoten nur einmal verarbeitet wird – unabhängig von der Anzahl der Anwendungen, die auf diesen Stream zugreifen.
Das Projekt **mxl-k8s** führt eine zusätzliche Orchestrierungsschicht auf Cluster-Ebene ein, die eine effiziente gemeinsame Nutzung von Medienstreams zwischen verschiedenen Anwendungen und Knoten ermöglicht. Die Lösung automatisiert den Transport zwischen den Nodes und macht es überflüssig, Routing-Mechanismen in jeder einzelnen Medienanwendung zu implementieren.
Die Technologie basiert auf **MXL**, einer Software-Schicht zur Standardisierung des Austauschs von Medienstreams zwischen Anwendungen. Bislang musste die Orchestrierung dieses Austauschs in verteilten Umgebungen projektindividuell umgesetzt werden.
**go-mxl** fungiert als Schnittstelle für Entwickler, die die Programmiersprache Go verwenden. Die Lösung erleichtert die Integration der ursprünglich in C und C++ entwickelten MXL-Bibliotheken und vereinfacht damit deren Einsatz in modernen Softwarearchitekturen.
Nach Angaben von Clasen ermöglicht die neue Orchestrierungsschicht eine vollständig automatisierte Steuerung von Medienflüssen innerhalb des Clusters. Dadurch wird eine der zentralen Einschränkungen verteilter Medienarchitekturen beseitigt, da Anwendungen nicht länger die Herkunft oder das Routing der Signale berücksichtigen müssen.
Beide Projekte wurden als Open Source veröffentlicht und stehen Herstellern, Entwicklern und Systemintegratoren zur Verfügung, die die Technologien weiterentwickeln oder in eigene Systeme integrieren möchten.