Die South African Broadcasting Corporation (SABC) hat sich für Kamerasysteme des Typs Ikegami UHK-X600 entschieden, um die Modernisierung ihrer zentralen Produktionsinfrastruktur in Johannesburg, Südafrika, einzuleiten. Das Projekt markiert den weiteren Schritt des Senders hin zu einem IP-basierten Betrieb. Zunächst werden vier Studios für Nachrichten, Moderation und Produktion ausgestattet, bevor die Umstellung schrittweise auf alle elf Studios des Standorts ausgeweitet wird.
Der während der IBC2026 bestätigte Auftrag wird gemeinsam mit Harambe Technologies umgesetzt, dem lokalen Distributor und Systemintegrator von Ikegami. Die Umstellung erfolgt zunächst über eine hybride Architektur, bei der die SDI-Signale schrittweise auf IP-Konnektivität migriert werden.
„Der Wechsel zu IP, zunächst in einem hybriden Ansatz, wird durch die Einführung eines zentralen Evertz-ST-2110-Routers vorangetrieben“, erklärt Lesetja Lekgotho, General Manager TV Technology Operations bei der SABC. Seinen Angaben zufolge hat sich der Sender angesichts der Herausforderungen bei der Finanzierung für eine modulare Modernisierung entschieden. Begonnen wird mit den Kameras, bevor das Projekt schrittweise auf die verschiedenen Studios ausgeweitet wird.
Auch die Zusammenarbeit zwischen den Unternehmen blickt auf eine mehr als drei Jahrzehnte lange Geschichte zurück. „Wir haben eine sehr langjährige Beziehung zur SABC, die mehr als 30 Jahre zurückreicht“, betont Michael Laetzsch, Leiter der Broadcast- und Professional-Video-Division von Ikegami Europe.
Dr. Vuyo Nyembezi, Executive im Technology Group der SABC, erinnert ebenfalls an die Rolle von Ikegami bei der Berichterstattung über historische Ereignisse des Landes. „Einer meiner Kollegen erinnerte mich daran, dass die SABC bei der Freilassung von Nelson Mandela im Februar 1990 Ikegami-Kameras einsetzte, um diesen historischen Tag festzuhalten“, ergänzt er.
Das Projekt umfasst 14 UHK-X600-Kameras, die jeweils mit einem sieben Zoll großen VFL-P700AD-LCD-Sucher und einem OCP-500-Fernbedienpanel mit Ethernet-Anbindung ausgestattet sind. Zum Lieferumfang gehören außerdem zwei MCP-300-Master-Control-Panels und zwei BSX-100-Basisstationen. Beide erhalten Media-over-IP-Karten, die mit SMPTE ST 2110 kompatibel sind.
Die UHK-X600 wurde auf Basis der UHK-X700 entwickelt und ist eine tragbare HD-Systemkamera, die auf 4K aufgerüstet werden kann. Das System verwendet drei 2/3-Zoll-UHD-CMOS-Sensoren mit Oversampling und erreicht eine Auflösung von 1000 TV-Zeilen sowie eine Empfindlichkeit von 2000 Lux bei F11 und 50p.
Die Kamera unterstützt HDR Hybrid Log-Gamma und ermöglicht die Auswahl zwischen den Farbräumen BT.2020 und BT.709. Die Global-Shutter-Sensoren reduzieren zudem Artefakte bei der Aufnahme von LED-Wänden sowie bei Szenen mit Blitzlicht oder Stroboskopeffekten.
Die Verarbeitung übernimmt ein speziell entwickelter ASIC, der verschiedene Videoverarbeitungsfunktionen bündelt. Mit Abmessungen von 34 × 24,5 × 15,5 Zentimetern und einem Gewicht von 5 kg unterstützt die UHK-X600 verschiedene B4-Objektive und bietet Funktionen zur Korrektur chromatischer Aberrationen und von Vignettierung sowie zur Kompensation von Ramping-Effekten. Zudem ist eine Fernsteuerung des Backfokus möglich, sofern das eingesetzte Objektiv dies unterstützt.
Mit der BSX-100-Basisstation vom Typ S kann das System gleichzeitig UHD- und HD-Videoausgänge bereitstellen. Die Plattform ermöglicht zudem künftige Erweiterungen über zusätzliche lizenzbasierte Funktionen, darunter Aufnahmen mit 2-, 3- und 4-facher High Frame Rate sowie 4K-Verarbeitung, die im 2160p-Betrieb bis zu 2000 TV-Zeilen erreichen kann.
Zu den verfügbaren Hardwareoptionen gehören außerdem eine Media-over-IP-Schnittstellenkarte mit Unterstützung für SMPTE ST 2110 sowie eine optionale 12G-Ausgangskarte. Damit kann die SABC die Leistungsfähigkeit des Systems schrittweise entsprechend den Anforderungen an Produktion und Infrastruktur erweitern.