Avid präsentiert auf der IBC2026 die nächste Entwicklungsstufe von Media Composer und unterstreicht damit seine Strategie, künstliche Intelligenz in professionelle Editing-Workflows zu integrieren. Gleichzeitig führt das Unternehmen offiziell Media Composer 2026.8 ein, ein Update, das die Funktionen für Zusammenarbeit, Speicherflexibilität und die Integration zwischen Postproduktions-Teams erweitert.
Ein Schwerpunkt ist die Weiterentwicklung der Integration von Media Composer mit dem Avid Content Core, einer Plattform, die Content Intelligence, Asset-Management und Workflow-Automatisierung miteinander verbindet. Der neue Ansatz integriert KI-Funktionen direkt in den redaktionellen Prozess und ermöglicht die Automatisierung wiederkehrender und vorbereitender Aufgaben, ohne die kreative Kontrolle der Editoren einzuschränken.
Avid stellt außerdem Ready to Edit vor, eine auf agentischer KI basierende Funktion, die die Vorbereitung von Inhalten vor dem eigentlichen Editing beschleunigen soll. Die Lösung automatisiert erste Schritte des Workflows, reduziert den Zeitaufwand für operative Aufgaben und ermöglicht es Fachleuten, sich stärker auf kreative Entscheidungen zu konzentrieren.
Eine weitere Neuerung ist die Integration einer neuen intelligenten Orchestrierungsebene in Verbindung mit dem Google-Gemini-Panel, das nun integrierte Funktionen für künstliche Intelligenz innerhalb der Produktionsumgebung bietet.
Nach Angaben von Avid geht es dabei nicht lediglich darum, einzelne KI-Funktionen hinzuzufügen, sondern kontextbezogene Intelligenz in die Workflows zu integrieren, die bereits von Produktions-, Postproduktions- und Broadcast-Teams genutzt werden.
„Media Composer wurde schon immer auf der Grundlage entwickelt, wie professionelle Editoren tatsächlich arbeiten, und dieses Prinzip bestimmt auch die Art und Weise, wie wir künstliche Intelligenz in die Editing-Erfahrung integrieren“, erklärt Kenna Hilburn, Chief Product Officer bei Avid. „Über den Avid Content Core bringen wir KI in die Inhalte, den Kontext und die zuverlässigen Workflows, die Produktionsteams bereits nutzen. Dadurch können mehr vorbereitende und routinemäßige Aufgaben automatisiert werden, während die redaktionelle Kontrolle und die kreative Entscheidungsgewalt fest in den Händen der Editoren bleiben. Auf der IBC zeigen wir, wie dieser Ansatz KI innerhalb des kreativen Prozesses wirklich nützlich machen kann, zusätzlich zu den umfangreichen Verbesserungen von Media Composer 2026.8, die Teams mehr Flexibilität beim Arbeiten und bei der Zusammenarbeit bieten.“
Media Composer 2026.8 ist ab dem 1. September verfügbar und erweitert die Möglichkeiten für die Zusammenarbeit durch die Weiterentwicklung der Shared Projects-Funktion. Damit reagiert Avid auf den wachsenden Bedarf von Teams, an unterschiedlichen Standorten, mit verschiedenen Speicherumgebungen und in mehreren Produktionsphasen zu arbeiten.
Die neue Version erweitert den Zugriff auf Shared Projects für Nutzer von Avid NEXIS und ermöglicht erstmals auch Enterprise-Kunden die Nutzung von gemeinsam verwendeten Speichersystemen von Drittanbietern mit offizieller Unterstützung durch Avid.
Postproduktionsteams können dadurch ihre etablierten Workflows beibehalten und gleichzeitig vorhandene Speicherinfrastrukturen in unterschiedliche Produktionsumgebungen integrieren.
Das Update strukturiert zudem die Lizenzkategorien der Plattform neu. Media Composer First bietet künftig eine kostenlose Option für Studierende, Berufseinsteiger und Nutzer in der Ausbildung. Die Stufen Standard, Ultimate und Enterprise richten sich an unterschiedliche professionelle Anforderungen sowie an verschiedene Ansprüche hinsichtlich KI-Funktionen und sicherer Zusammenarbeit.
Neben den Verbesserungen für die Zusammenarbeit umfasst Media Composer 2026.8 neue Funktionen zur Beschleunigung redaktioneller Aufgaben und zur Verringerung des Bedarfs an externen Anwendungen.
Zu den Neuerungen gehört PhraseFindAI Multicam Auto Cut. Die Funktion wählt in Multikamera-Produktionen automatisch Kameras auf Grundlage der Sprechererkennung und natürlicher Sprachgrenzen aus. Dadurch wird der Schnitt beschleunigt, ohne die Möglichkeit späterer kreativer Anpassungen einzuschränken.
Auch die Transcript Tools wurden erweitert. Sie unterstützen nun unter anderem das Rückgängigmachen von Änderungen an Transkriptionen, das Aufteilen von Segmenten und die kontinuierliche Wiedergabe im Viewer. Dies erleichtert die Überprüfung, die narrative Bearbeitung und die redaktionelle Kontrolle.
Die Aktualisierung des OpenTimelineIO-2.0-Adapters verbessert die Interoperabilität mit Drittanbieter-Tools und erhöht die Genauigkeit beim Austausch von Timelines zwischen unterschiedlichen Plattformen.
Eine weitere Neuerung ist das Fenster What’s New, das neue Funktionen hervorhebt und direkten Zugriff auf Dokumentation und Schulungsmaterialien bietet. Dadurch soll die Einführung der neuen Funktionen in Teams erleichtert werden.
Die Version umfasst außerdem Verbesserungen wie die erweiterte Suche nach Spalten in Bins, den Wechsel von Audiospuren aus Subclips, Optimierungen für Titler+ sowie eine Erweiterung der APIs für die Automatisierung und Integration externer Systeme.
Auf der IBC2026 präsentiert Avid zudem seine Vision für browserbasierte Workflows. Der Ansatz beginnt mit Funktionen zur Bearbeitung und Vorbereitung von Inhalten innerhalb des Avid Content Core. Fachleute können dadurch Material direkt im Browser überprüfen, organisieren und vorbereiten, bevor sie für das fortgeschrittene Editing in den klassischen Media Composer wechseln.
Nach Angaben des Unternehmens soll diese Strategie nicht die Desktop-Editing-Erfahrung ersetzen, sondern die Flexibilität von Teams über den gesamten Produktionsprozess hinweg erweitern.