Die Gewerkschaft Bectu hat die britische Regierung aufgefordert, in die geplante Fusion zwischen Paramount Global und Warner Bros. Discovery einzugreifen. Nach Ansicht der Organisation könnte der Zusammenschluss die Unsicherheit für Kreativschaffende erhöhen und die Konzentration von Marktmacht im britischen Mediensektor weiter verstärken.
In einem Schreiben an das britische Ministerium für Kultur, Medien und Sport äußerte Bectu Bedenken hinsichtlich der möglichen Auswirkungen der Fusion auf freiberufliche Fachkräfte der audiovisuellen Industrie und forderte Maßnahmen zum Schutz der Medienvielfalt im Vereinigten Königreich.
Darüber hinaus übermittelte die Gewerkschaft Unterlagen an die britische Wettbewerbs- und Marktaufsichtsbehörde (Competition and Markets Authority). Darin wird argumentiert, dass die Fusion den Wettbewerb einschränken, Produktionsaufträge reduzieren und die Anzahl der in britischen Kinos gezeigten Filme verringern könnte.
Laut einer aktuellen Umfrage von Bectu unter mehr als 500 Beschäftigten der audiovisuellen Branche waren zum Zeitpunkt der Erhebung 39,5 % der Befragten arbeitslos. Die Gewerkschaft betonte zudem, dass nahezu ein Drittel der Beschäftigten davon ausgeht, die Branche innerhalb der kommenden fünf Jahre zu verlassen.
„Die Fusion erfolgt zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt für eine Belegschaft, die bereits unter langen Phasen von Unsicherheit und Arbeitslosigkeit leidet“, erklärte Philippa Childs. „Weitere Konsolidierung könnte Chancen verringern, die Verhandlungsmacht schwächen und Entscheidungen über Arbeitsplätze und Investitionen noch weiter von den Menschen entfernen, die von dieser Branche abhängig sind.“
Die Vereinbarung im Wert von 110 Milliarden US-Dollar zwischen Paramount und Warner Bros. Discovery wurde im Februar 2026 angekündigt und steht weiterhin unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch die Regulierungsbehörden im Vereinigten Königreich, in der Europäischen Union und in den Vereinigten Staaten.