Bridge Technologies wird auf der IBC2026 eine neue Funktion für ihre komprimierten Monitoring-Sonden VB330 und VB220 vorstellen: die Wiedergabe von Transport-Stream-Dateien (TS) über IP-Netzwerke. Die Neuerung erweitert die bislang hauptsächlich für passives Monitoring eingesetzten Sonden zu umfassenderen Broadcast-Werkzeugen. Damit können Sender ein breiteres Spektrum regulatorischer und Compliance-bezogener Aufgaben abdecken und gleichzeitig technische, operative und strategische Entscheidungen verbessern.
Die TS-Playout-Funktion erweitert die bereits vorhandenen Aufzeichnungsfunktionen der Sonden, die im vergangenen Jahr eingeführt wurden und Round-Robin- sowie alarmgesteuerte Aufzeichnungen von bis zu 200 Streams mit integriertem Clip-Editor für den Export ermöglichen. Mit der neuen Funktion kann ein aufgezeichneter Stream als Playout-Quelle verwendet und an beliebige TS-Empfänger gesendet werden. Unterstützt werden Datenraten von bis zu 100 Mbit/s pro Stream, bis zu zwölf gleichzeitige Wiedergaben und ein Gesamtdurchsatz von 1 Gbit/s beziehungsweise 2 Gbit/s bei aktiviertem ST-2022-7-Redundanzbetrieb.
Die Sonden unterstützen Single Program Transport Streams (SPTS) und Multiple Program Transport Streams (MPTS) sowie Dateien mit Constant Bit Rate (CBR) und Variable Bit Rate (VBR). Streams können einmalig wiedergegeben oder in einer Endlosschleife abgespielt werden. Eine adaptive Verarbeitung verhindert dabei Fehler beim Continuity Counter. Die Inhalte können an Multicast- oder Unicast-Ziele gesendet werden.
Bei der Multicast-Verteilung kann die Sonde ihre eigene Ausgabe ebenfalls überwachen und dabei den gesamten integrierten Werkzeugsatz für die Analyse nutzen. Dateien lassen sich über die Weboberfläche laden, während von der Sonde selbst aufgezeichnete Streams direkt als Quellen für das Playout verwendet werden können.
Die Funktion ist insbesondere für Produktionstechniker interessant, die Netzwerke für Live-Events einrichten müssen, bei denen eine schnelle Bereitstellung entscheidend ist. Mithilfe der Signalgenerierung können Testinhalte bereits vor der Installation der Kameras für ein Event erstellt werden. Dadurch lässt sich die gesamte Netzwerkarchitektur im Vorfeld überprüfen.
Für eine präzise Synchronisierung des Playouts nutzt die Sonde eine PTP-Netzwerksynchronisation. Dadurch wird eine hohe Timing-Genauigkeit erreicht, die laut Bridge Technologies ein Maßstab auf Laborniveau ermöglicht. Der PCR-Jitter liegt dabei deutlich unter den Werten vergleichbarer Systeme. Dies verhindert Probleme bei der Puffersynchronisation auf Empfängerseite und trägt zur Reduzierung der Latenz bei.
Diese Eigenschaft ist wichtig, um einen präzisen und fehlerfreien Signalfluss über die gesamte Broadcast-Kette sicherzustellen, auch in Umgebungen, in denen das Netzwerk kurzfristig integriert und koordiniert wurde, etwa bei Produktionen aus mobilen Produktionseinheiten, temporären Studios oder schnell aufgebauten Event-Infrastrukturen.
Die Erweiterung steht zugleich für eine umfassendere Entwicklung der Produktphilosophie von Bridge Technologies. Das Unternehmen entwickelt seine Werkzeuge zunehmend über klassisches Monitoring und die Erzeugung von Alarmmeldungen hinaus und positioniert sie als integrierte Komponenten der Broadcast-Kette.
Dieses Konzept umfasst fortschrittliche Diagnosefunktionen, proaktives Netzwerkmanagement, Reporting und Compliance-Werkzeuge sowie praktische Produktionsfunktionen wie bei der VB440. Hinzu kommt nun die Signalgenerierung für die Konfiguration von Netzwerken und Broadcast-Umgebungen.
Die Erweiterung der Funktionen der VB330 folgt außerdem einem Branchentrend, bei dem Broadcast-Workflows zunehmend zwischen komprimierten und unkomprimierten Umgebungen zusammenwachsen. Dadurch verringert sich die traditionelle Trennung zwischen Produktion und Distribution als voneinander unabhängigen Bereichen und Disziplinen.
Bridge-Technologies-Präsident Simen K. Frostad erklärt: „Live-Produktionen stellen zunehmend höhere Anforderungen an die Geschwindigkeit, mit der eine Konfiguration bereitgestellt werden muss, sowie an die Präzision und Zuverlässigkeit, die am Veranstaltungstag erforderlich sind. Mit TS-Playout können Netzwerkingenieure ein Testsignal erzeugen und die gesamte Distributionskette im Voraus validieren, noch bevor Kameras, Mischer oder Encoder installiert sind. Gleichzeitig nutzen unsere Kunden diese Funktion bereits während der Übertragung und nicht nur für die Konfiguration. Sie ist entscheidend für effiziente Abläufe.“
Er ergänzt: „Diese neue Entwicklung unserer auf Distribution ausgerichteten Sonden stellt eine wichtige Weiterentwicklung ihrer Funktion dar. Sie rückt die Geräte ins Zentrum des Werkzeugarsenals von Broadcast-Ingenieuren und führt sie weit über ihre ursprüngliche Rolle im Monitoring hinaus. Die Funktion vereint Aufgaben, die normalerweise von mehreren separaten Geräten übernommen würden, in einer einzigen Einheit. Das ermöglicht eine einheitliche Oberfläche und einen vereinfachten Workflow, reduziert den Platz- und Energiebedarf und senkt die Betriebskosten. Die Neuerung entspricht damit vollständig dem Grundprinzip von Bridge: Unsere umfassende Erfahrung mit dem Verhalten von IP-Netzwerken und der Entwicklung entsprechender Geräte zu nutzen, um immer mehr Funktionen mit einer immer kleineren physischen Infrastruktur bereitzustellen.“
Bridge Technologies entwickelt Lösungen zur Sicherung der Servicequalität in den Bereichen digitale Medien und Telekommunikation. Die preisgekrönten Monitoring- und Analysesysteme, intelligenten Switches und virtuellen Umgebungen des Unternehmens unterstützen die Distribution von mehr als 25.000 Kanälen an über 1,2 Milliarden Abonnenten in 96 Ländern.
Von unkomprimierter Live-Produktion in durchgängigen IP-Umgebungen über Satellitenzuführung sowie terrestrische und kabelgebundene Distribution bis hin zu OTT-Messung, Monitoring und dem Heimnetzwerk bietet Bridge patentierte Technologien und Transparenz über die gesamte Übertragungskette.