Die Feuerwehr der Tschechischen Republik setzt die Video-over-IP-Technologie von LiveU als Ergänzung zur Funkkommunikation ein und integriert damit visuelle Echtzeitinformationen in ihre Notfalleinsätze. Nach Angaben der Feuerwehr hat die Einführung dazu beigetragen, die Reaktionszeiten bei Waldbränden zu verkürzen und die Entscheidungsfindung der Einsatzleiter unter sich schnell verändernden Einsatzbedingungen zu verbessern.
Die Lösung wurde vom Distributor Smart Informatics implementiert und verbindet die Geräte LU REQON1 und LU800 mit Drohnenpiloten, mobilen Wärmebildkameras sowie fest installierten PTZ-Kameras in den Einsatzgebieten. Alle Videosignale werden in Echtzeit an das Nationale Einsatzzentrum übertragen, dort zentral verarbeitet und anschließend an Einsatzleiter vor Ort sowie an Führungskräfte weitergeleitet. Bei Großschadenslagen ermöglicht die Plattform LiveU Matrix zudem die direkte Übertragung von Livebildern an Fernsehsender.
Das System wurde während eines großflächigen Waldbrandes im Nationalpark Böhmische Schweiz umfassend getestet. Mehr als zehn LiveU-Einheiten kamen gleichzeitig bei einem Einsatz zum Einsatz, an dem 2.581 Feuerwehrkräfte, 356 Spezialfahrzeuge und -geräte, darunter Fahrzeuge und Drohnen, sowie bis zu acht Hubschrauber mit Löschwasserbehältern für den Luftangriff beteiligt waren. Drohnen mit Wärmebildkameras überwachten die Ausbreitung des Feuers aus der Luft, während stationäre PTZ-Wärmebildkameras nachts Glutnester identifizierten. Der Brand konnte innerhalb von zehn Tagen unter Kontrolle gebracht werden. Nach Angaben der Feuerwehr trug die Echtzeit-Videoaufklärung wesentlich zu diesem Erfolg bei.
Dieselbe Region war bereits 2022 von einem noch größeren Waldbrand betroffen. Dieser machte erhebliche Defizite bei der operativen Lageübersicht sichtbar und führte unmittelbar zur Suche nach einer technologischen Lösung. Als Reaktion darauf entwickelte Smart Informatics eine Lösung für die hochwertige Videoübertragung in abgelegenen Gebieten mit eingeschränkter Mobilfunkabdeckung und etablierte damit einen neuen Standard für die Lageerfassung bei Notfalleinsätzen in Europa.
Vor der Einführung von LiveU trafen die Einsatzleiter im Einsatzzentrum ihre Entscheidungen ausschließlich auf Grundlage des Funkverkehrs. Heute können sie das Geschehen am Einsatzort in Echtzeit verfolgen. Dadurch haben sich Präzision und Geschwindigkeit der Entscheidungen deutlich verbessert. Die Einsatzkräfte heben zudem die einfache Bedienung des Systems hervor, das innerhalb weniger Sekunden ohne technische Konfiguration vor Ort einsatzbereit ist.
Die LiveU-Einheiten bündeln mehrere Verbindungen gleichzeitig, darunter 5G, LTE, WLAN und bei Bedarf Satellitenkommunikation. Dadurch bleibt die Übertragung auch bei Ausfällen oder Überlastungen einzelner Netzwerke stabil. Die Videostreams werden vom Einsatzort an das nationale Einsatzzentrum gesendet und anschließend an die Einsatzteams verteilt, die sie auf Smartphones, Tablets oder Computern verfolgen können.
Roni Weinberg, Vice President Public Safety bei LiveU, erklärt, dass Einsatzkräfte nicht unter Unsicherheit arbeiten können. Der Unterschied zwischen einer Funkmeldung und einem Livebild sei entscheidend für schnelle Entscheidungen, insbesondere bei Waldbränden.
Tomáš Veselý, Geschäftsführer von Smart Informatics, betont, dass die Erfahrung im Broadcast-Bereich dazu beigetragen habe, die besonderen Anforderungen von Notfalleinsätzen zu verstehen, bei denen technologische Ausfälle unmittelbare Auswirkungen auf die Rettung von Menschenleben haben können.
Dariusz Grudzień, Sales Director von LiveU für Mittel- und Osteuropa, erklärt, dass resiliente Konnektivität heute keine ergänzende Funktion mehr sei, sondern zu einer kritischen operativen Fähigkeit für Rettungs- und Notfalldienste geworden ist.