Início » JPEG XS treibt die Remote-Produktion der 104 Spiele der FIFA-Weltmeisterschaft 2026 voran

JPEG XS treibt die Remote-Produktion der 104 Spiele der FIFA-Weltmeisterschaft 2026 voran

Die JPEG-XS-Technologie ermöglichte während der gesamten FIFA-Weltmeisterschaft eine Remote-Produktion in UHD HDR mit geringer Latenz

Por Panorama Audiovisual

Die JPEG-XS-Technologie spielte eine entscheidende Rolle in der Produktionsinfrastruktur der FIFA-Weltmeisterschaft 2026 und ermöglichte es Host Broadcast Services (HBS), die Berichterstattung über alle 104 Spiele in 16 Stadien in Kanada, den USA und Mexiko zu realisieren. Das Turnier setzte neue Maßstäbe für Live-Sportproduktionen, indem rund 9.000 Stunden UHD-HDR-Inhalte über eine hochgradig verteilte Architektur produziert wurden.

Die von HBS eingesetzte Infrastruktur kombinierte die lokale Produktion in jedem Stadion mit der Zentralisierung kritischer Abläufe im International Broadcast Center (IBC) in Dallas, USA. Prozesse wie Replay, die Einbindung von Grafiken, die Kamerasteuerung (Camera Shading) und die Audiomischung wurden remote durchgeführt. Die Postproduktion wurde hingegen im Non-Live Production Hub in London konzentriert, wo Highlights, Reportagen und digitale Inhalte für die Rechteinhaber erstellt wurden.

Der zentrale Videofluss wurde in UHD über den unkomprimierten Standard ST 2110 übertragen. Aufgrund der begrenzten verfügbaren Bandbreite zwischen den Stadien und dem Produktionszentrum wurden die Signale der rund 45 Kameras in jeder Arena jedoch mit JPEG XS im Verhältnis von etwa 10:1 komprimiert. Die Technologie reduzierte den Bandbreitenbedarf deutlich, ohne die Bildqualität zu beeinträchtigen oder die Latenz spürbar zu erhöhen, und blieb gleichzeitig nativ mit ST-2110-Umgebungen kompatibel.

Die geringe Latenz von JPEG XS war für zahlreiche Remote-Operationen von entscheidender Bedeutung. Dazu gehörte insbesondere das Camera Shading, bei dem Operatoren in Dallas die Belichtung und den Weißabgleich von Kameras in Echtzeit anpassen konnten, obwohl sich diese Tausende Kilometer entfernt befanden. Dies war auch während Spielen möglich, bei denen sich die natürlichen Lichtverhältnisse schnell veränderten.

Die Technologie wurde außerdem für die Rückübertragung der Signale an die in den Stadien eingesetzten Kommentatoren genutzt und gewährleistete die Synchronität zwischen der Berichterstattung und dem Geschehen auf dem Spielfeld. In der Postproduktion reduzierte JPEG XS die für die Übertragung der Inhalte zwischen Dallas und London erforderliche Bandbreite und bewahrte gleichzeitig die für Schnittprozesse notwendige Bildqualität und zeitliche Präzision.

Bei der internationalen Distribution erhielten die Rechteinhaber die Signale zunächst in SDI. Viele Rundfunkveranstalter nutzten anschließend erneut JPEG XS, um die Inhalte zu ihren eigenen Produktionsstandorten zu übertragen. Die geringe Latenz der Technologie erleichterte die Synchronisierung zwischen den offiziellen Produktionssignalen, den Kommentatorenteams und den Remote-Studios und bot den Produktionsabläufen mehr Flexibilität, ohne das Zuschauererlebnis zu beeinträchtigen.

Die Erfahrungen bei der FIFA-Weltmeisterschaft 2026 haben JPEG XS als eine der wichtigsten Technologien für groß angelegte Remote-Produktionen bestätigt. Das Projekt zeigte, dass sich komplexe Abläufe zentralisieren, Ressourcen effizienter nutzen und gleichzeitig hohe Qualitätsstandards aufrechterhalten lassen – selbst bei Veranstaltungen, die parallel in mehreren Ländern stattfinden. Damit wurde ein neues Modell für zukünftige Sportübertragungen etabliert.

Assuntos relacionados