Der Filmemacher Konstantin Kovalev, Gründer von Filmed by Few, ging eine Partnerschaft mit der Spezialitätenkaffeemarke WatchHouse ein, um eine Reihe von Herkunftsdokumentationen zu produzieren. Die Filme begleiten die Landwirte und Gemeinschaften hinter der globalen Lieferkette des Unternehmens. Gedreht in den abgelegenen Bergregionen Äthiopiens und den Kaffeeanbaugebieten Chinas, stellte das Projekt hohe Anforderungen an ein leichtes, mobiles Kamerasystem, das auch bei langen Drehtagen mit eingeschränktem Zugang zu Strom zuverlässig funktioniert.
„Die Geschichte verfolgte den Weg der Bohne bis in die Tasse und stellte die Produzenten, ihren Alltag und die Familien hinter der Lieferkette in den Mittelpunkt“, erklärte Kovalev. „Während in Äthiopien das Gemeinschaftsgefühl im Vordergrund stand, lag der Fokus in China auf Nachhaltigkeit.“
Die Dreharbeiten in Äthiopien waren von Herausforderungen wie schwer zugänglichem Gelände, begrenzter Straßeninfrastruktur und einer instabilen Stromversorgung zum Laden der Ausrüstung geprägt. Diese Bedingungen veranlassten Kovalev dazu, sich für die PYXIS zu entscheiden – eine digitale Cine-Kamera im Box-Design, die sich schnell aufbauen, leicht transportieren und mit den verfügbaren Akkus betreiben ließ.
„Alles musste in einen Rucksack passen. Die Kamera musste kompakt, robust und schnell einsatzbereit sein“, sagte er. „Im Dokumentarfilm muss die Kamera bereit sein, wenn der entscheidende Moment passiert.“
„Ich wollte eine Kamera, die sofort einsatzbereit ist, sobald etwas geschieht. In kleineren Gemeinschaften können große Rigs einschüchternd wirken. Die PYXIS ist kompakt genug, um nicht aufdringlich zu wirken, was dabei hilft, intimere Momente einzufangen“, ergänzte Kovalev.
Da die Filme sowohl für Instagram als auch für YouTube produziert wurden, spielte die Open-Gate-Aufzeichnung im 3:2-Format unter Nutzung der gesamten Sensorfläche eine zentrale Rolle. „Dadurch konnten wir jede Szene zunächst für die Erzählung komponieren und später in der Postproduktion sowohl Hoch- als auch Querformatversionen erstellen, ohne die Bildgestaltung zu beeinträchtigen. Das hat unseren Workflow grundlegend verändert.“
Für die Dreharbeiten in China ergänzte Kovalev sein bestehendes Setup mit der Blackmagic PYXIS 12K, die gemeinsam mit der PYXIS 6K eingesetzt wurde.
„Ich benötigte eine Hauptkamera, die in mehr Situationen eingesetzt werden kann“, erklärte er. „Die PYXIS 12K und ihr RGBW-Sensor gaben mir genau diese Flexibilität. Das Material beider Kameras ließ sich in der Postproduktion nahtlos kombinieren, sodass die Zusammenarbeit mit der 6K völlig unkompliziert war.“
Dank der identischen Farbwissenschaft beider Kameras integrierten sich die Aufnahmen ohne zusätzliche Anpassungen im Color Grading. „Im Dokumentarbereich arbeitet man mit dem Licht, das vorhanden ist“, sagte Kovalev. „Der RGBW-Sensor verschaffte uns deutlich mehr Spielraum bei Außenaufnahmen, insbesondere unter dem intensiven Licht der Mittagssonne. Oft filmten wir bei direkter Sonneneinstrahlung, ohne die Szene neu arrangieren zu können. Dadurch konnten wir Details bewahren und Spitzlichter besser kontrollieren.“
Die Produktion wurde mit 25 Bildern pro Sekunde in Blackmagic RAW 8:1 und unterschiedlichen Auflösungen aufgezeichnet. Schnitt und Farbkorrektur erfolgten anschließend in DaVinci Resolve Studio.
„Der gesamte Postproduktionsprozess fand innerhalb einer einzigen Software statt, was den Workflow erheblich vereinfacht hat.“
Durch die in Blackmagic RAW integrierten Metadaten standen sämtliche Bildinformationen direkt in DaVinci Resolve Studio zur Verfügung, wodurch Belichtungsanpassungen im Grading deutlich beschleunigt wurden.
„Bei Run-and-Gun-Produktionen wie dieser gelingt es nicht immer, jede Einstellung perfekt zu treffen. Der Blackmagic-RAW-Workflow hat uns jedoch sehr dabei geholfen, das Material in der Farbkorrektur optimal wiederherzustellen.“
Laut Kovalev war die Zuverlässigkeit der PYXIS-Plattform der entscheidende Faktor.
„Die beste Kamera ist diejenige, mit der man sorgenfrei arbeiten kann“, sagte er. „Niemand möchte einen wichtigen Moment verpassen, weil die Kamera gerade noch hochfährt.“
Kovalevs Zusammenarbeit mit Blackmagic Design begann vor rund fünf Jahren, als er vollständig in die professionelle Filmproduktion einstieg.
„Ich habe mit der Pocket Cinema Camera 4K begonnen und seitdem verschiedene Modelle der Produktreihe getestet“, resümierte er. „Die Kombination aus Bildqualität, der nahtlosen Integration in den DaVinci-Resolve-Workflow und den kreativen Möglichkeiten der Kameras sorgt dafür, dass ich mich weiterhin für Blackmagic entscheide.“
Aufbau und Konfiguration der PYXIS 12K
Basis-Rig
MID49 Baseplate und Rainbow Handle, MID49 Side Plate mit integriertem Audio Expansion Module sowie ein Nitze Side Handle für den Handkameraeinsatz.
„Das MID49-System hielt die gesamte Konfiguration modular. Ich konnte bei maximalem Mobilitätsbedarf lediglich das Kameragehäuse und einen Griff verwenden oder das komplette Rig aufbauen, wenn ausreichend Zeit für die Vorbereitung vorhanden war.“
Objektive
Carl Zeiss Jena 20 mm F2.8 PL
Carl Zeiss Jena 35 mm F2.4 PL
Helios 44-2 58 mm F2.0 PL
Carl Zeiss Jena 135 mm F3.5 PL
„Die Zeiss-Jena-Objektive sind kompakt, scharf und besitzen Charakter, ohne kompliziert in der Handhabung zu sein. Das Helios verlieh Nahaufnahmen eine weichere Bildästhetik. Mit diesem Vier-Objektiv-Set konnte ich praktisch alle Anforderungen abdecken, ohne auf schwere Zoomobjektive angewiesen zu sein.“
Monitoring
Blackmagic PYXIS Monitor.
„Ein nativer Monitor, der vollständig in die Kamera integriert ist, vereinfachte das Setup erheblich und eliminierte eine weitere potenzielle Fehlerquelle in Bezug auf die Kompatibilität. Bei Dreharbeiten an wechselnden Locations gilt: Je weniger mögliche Schwachstellen, desto besser.“
Audio
Audio-Technica AT875R Shotgun-Mikrofon, angeschlossen an das integrierte Expansion Module der Side Plate.
„Für die Aufnahme von Atmo-Ton und einfache Interviews lieferte es eine hohe Audioqualität, ohne dass ein separater Recorder in den Workflow integriert werden musste.“
Aufnahmeparameter
Kovalev zeichnete in Blackmagic RAW 8:1 mit konstanter Bitrate in 4K- und 8K-Auflösungen auf. Für High-Speed-Aufnahmen wurde das 17:9-Format mit bis zu 100 Bildern pro Sekunde genutzt, während für maximale Auflösung in 8K Open Gate aufgezeichnet wurde.
„Dieser Ansatz gab uns die nötige Flexibilität, die Aufnahmeeinstellungen an die Anforderungen jeder Szene anzupassen und gleichzeitig effiziente Dateigrößen sowie einen planbaren Speicherbedarf während der Dreharbeiten zu gewährleisten.“
Daten-Workflow
Am Ende jedes Drehtages wurden die Aufnahmen von den CFexpress-Karten auf zwei externe Samsung T5- beziehungsweise T7-SSDs übertragen. Die Datenträger wurden nach Möglichkeit getrennt aufbewahrt, bevor die Speicherkarten für den nächsten Drehtag gelöscht und neu formatiert wurden.
„Es ist ein einfaches System, aber äußerst effektiv.“